Donnerstag, 7. Oktober 2010

.

So, Mittagszeit die täglichen Verwünschungen beginnen, die Wolken zieh'n vorbei. übrigens ungewöhnlich heiß heut'.
Wie üblich die totale Vernichtung in Aussicht gestellt bekommen, die täglich neue Variante vom Ende von A bis Z:

Abfackeln
Abreißen
Abtreiben
Ausknipsen
Auslöschen
Ausradieren
Ausschaben
Einplätten
Einstampfen
Ersäufen
Ersticken
Kaputthau'n
Verbrennen
Wegmachen
Zerfetzen
Zerhacken
Zerkratzen
Zerlegen
Zermantschen
Zermatschen
Zerreißen
Zerstäuben
Zertreten
Zerquetschen

Ok, ich hab' verstanden,
ich such' mir was aus, aber kann mich nicht entscheiden!

Montag, 20. September 2010

para avanzados

Man konnte sehen, dass sie geweint hatte. Schwarze Wimperntuschebögen verschmierten die Umrisse ihrer Augen. Sie lächelte trotz ihrer verweinten Augen tapfer. Es war bezeichnend für sie, dass sie in der Lage war, so zu reagieren. Während ich sie so anschaute, überkam mich ein Gefühl der Zuneigung und Anerkennung für sie. Sie glaubte eben mit ganzem Herzen an die Liebe, nicht nur in Geschichten, sondern auch im Leben.
Sie fiel, tat sich weh, fühlte. Sie lebte. Früh wurde ihr beigebracht, dass wenn man sich auf das Spiel gar nicht erst einließe, man nie erfahren würde, wie es wäre. Sie hatte sich also darauf eingelassen, und es hatte ihr gut getan.

Freitag, 19. Februar 2010

unser planet ist ein ulkiger ort.
einerseits brutstätte lallenden irrsinns, andereseits aber auch immer wieder quell unbeabsichtigter alltagspoesie. die ist die schönste. schade nur, dass sie doch so oft nicht beachtet oder gar "kaputtgepoesiert" wird.
ich verstehe bis heute nicht, welchen sinn und zweck es macht diese pseudospontanen sprüche hoch zu orgasmieren.

Sonntag, 27. September 2009

...mal so.

Mittwoch, 23. September 2009

collegemusik

mätsch steht auf collegemucke. so lalala, gitarrenschrammel als off-musik. der protagonist- max - ist auf dem weg zur uni, sieht menschen und erzählt von seinem leben.
"das bin ich, das ist meine uni, das sind die pussys - hiiii maaax - hi ladies -, das sind die loser, die mag keiner und das...(fahrradunfall), das ist nerd."



Unter Filmmusik (engl. [film] score) versteht man jene Musik, die für einen konkreten Film komponiert oder aus bereits vorhandener klassischer oder populärer Musik zusammengesetzt und mit diesem zusammen aufgeführt wird. Gelegentlich ist auch zu einem Film Musik improvisiert und technisch fixiert worden. In jedem Falle sollte Filmmusik die Stimmungs- und Gefühlsebene in einem Film und dessen Handlungsführung unterstützen.

ta-dah. ich bin begeistert. der rest auch. bin ich gut?

Mittwoch, 21. Januar 2009

...

Immer und immer wieder zerstören die, die das leben und die phantasie hassen, die träume anderer.

Montag, 5. Januar 2009

absurde Wortgebilde in der dritten Person.

Ja da war dieses eine Mal. Dieser eine Weg. Es war schön an der frischen Luft zu sein. So real.
Nunja, die besagten Blicke nach links zwischen hektischen Zügen an der Zigarette wirkten überhaupt nicht real. Ebenso wenig wie die verschiedenen Gedankenansätze, die gerade eine gute Ergänzung ihres Gedankensortiments abgeben würden.

...so läuft das mit diesen absurden Wortgebilden in der dritten Person.

Montag, 15. Dezember 2008

Lieber Marian,

zu sagen habe ich dir heute nur eines:
es geht doch vielmehr um die wichtigen Dinge des Lebens...Liebe, Kinder, Blut, Eiter und Drogen...nicht um sowas Läppisches wie die Kurzhaarfrisur eines Unbekannten.

Montag, 1. Dezember 2008

!




LECK MICH!


Freitag, 14. November 2008

von a bis z.

der krönende abschluss: s-z.


Zwillingsschwestern. Wenn beide zusammen auftauchen, wird man überlegen, welche von ihnen die Schönere ist. Es wird immer dieselbe sein.
Zahnbürsten. Ein stilvoller Jungeselle wird mehrere Packungen Zahnbürsten hinter seinen Handtüchern versteckt halten.
Zeitungsartikel. a)Eine falsche Chiffrenummer wird angegeben werden. b) Zwei Opfer werden zueinander finden und das für Liebe halten.

Wald. Darin wird eine entkleidete Leiche liegen.
Wärme. Eine Hand wird sich an einem Heizkörper festkrallen.
Wäscheleine. Ein Mädchen wird mit ihren Augen an der feuchten Wäsche hängen
.
Website.
Jemand wird sich die Domain Sexy Smokers sichern.

Vogelfluglinie. Die Krähen werden sich am Abendhimmel versammeln. Ein Mann wird sich das sehr genau angucken.
Unschuld. Ein junges Mädchen wird ein Kantstein entlang hinken, wobei ihre braunen Zöpflein lustig hin- und herschlenkern.
Urlaubspostkarte. Nur ein Missverständnis wird darauf stehen.


Taxi. a) Der Fahrer wird einen Umweg fahren oder b) Der Fahrer wird solange in den Rückspiegel schauen, bis er einen Unfall mit einem anderen Taxi verursachen wird, oder c) Wenn der Fahrer sich umdreht, wird es einen gewaltigen Schreck geben.
Tür. Ein flehender Blick wird daran geworfen werden.
Topflappen. Warum wird ausgerechnet jetzt der Blick daran hängen bleiben?


Schlafpulver. Zwei Gläser Perlwein werden vertauscht werden.
Sonnenbrille. Niemand wird ihr blaues Auge sehen.
Stimme. In einer leeren Wohnung wird jemand ihren Namen rufen.


Sonntag, 9. November 2008

von a bis z.

L-p.


Park. Ein völlig durchnässter junger Mann wird spontan seine große Liebe besuchen. Sie wird ihm einen Kakao bereiten und sich, für beide überraschend, nackt ausziehen.
Pralinen. Nicht nur, dass sie Schokolade über alles liebt; darüber hinaus wird sie etwas brauchen, um den schlechten Geschmack loszuwerden.
Pustekuchen. Niemand wird da sein, der die Kerzen ausbläst.


Notarzt. Trotz aller Bemühung wird die Angebetete sterben.
Nah am Wasser gebaut. Sie wird in der Straßenbahn einfach so in Tränen ausbrechen.


Matratze, quietschend. Ein Höhepunkt wird im letzten Moment verhindert werden.
Melisse und Orangenblüte. Wenn das Beruhigungsschaumbad eingelassen wird es für Beruhigung und Entspannung längst zu spät sein.
Millionär. Eine Pool-Party wird stattfinden.


Lautsprecher. Bässer werden derart laut in den Raum schlagen, dass es für ein Mädchen unmöglich wird, ein anderes anzusprechen. Sie wird sich dafür mit einem zugeworfenen Handkuss bedanken.
Licht. Ein One-Night-Boy wird um den Weg zur Toilette zu finden, die Nachttischelampe anknipsen. Dann wird er der blauen Flecken auf dem Körper seiner Begierde gewahr werden.
Lippenstift. Zwei Menschen werden sich wudnern, wo der überall haften bleibt.

Samstag, 8. November 2008

von a bis z.

heute: g - k.


Kühlschrank. Ein Mädchen wird vorgeben, dagegen gelaufen zu sein.
Kokain und Alkohol. Sie wird auf der Party eine Videokamera nehmen, den Aufnahmeknopf betätigen und sich das Kameraobjektiv unter ihren knappen Lederrock halten, um abzufilmen, wie sich ein feuchter Fleck in ihrem Slip breit macht.
Kerzen und Rotwein. Der Rotwein wird ausgetrunken werden. Die Kerzen werden weiterbrennen.
Klärendes Gespräch. Danach wird es außerordentlich guten Sex geben.


Ja. Ein Mädchen und ein Junge werden sich sicher sein.
Jalousie. Ein Mann wird im 2. Stockwerk auf einem Drehstuhl sitzen und zu einem bonbonfarbenen Pornofilm onanieren. Eine alte Frau im 4. Stock gegenüber wird ihn dabei durch die schräggestellten Lamellen der Jalousie beobachten können.


Haar. Eine beim Aufräumen gefundene Locke wird erst für reichlich Verwirrung, dann für Übelkeit sorgen.
Handtasche. Darin wird ein Mädchen in der Pause einer Theatervorstellung nach Kondomen wühlen.
Hotel. Ein kleiner Junge wird durchs Schlüsselloch gucken und verwundert den Kopf schütteln.


Gesicht. Ein Mädchen wird eine Ohrfeige bekommen.
Gummihandschuhe. Die Hände sind die Teile des Körpers, die man am häufigsten zu Geischt bekommt. Deswegen werden einem die eigenen Hände immer vertrauter, fremde Hände immer fremder werden.
Guten Morgen. Ein Mann wird feststellen, dass er wieder ganz allein im Bett liegt.

Dienstag, 4. November 2008

von a bis z.

d-f.

Feuchter Glanz. Der älteste Patient der geschlossenen Abteilung wird erzählen, dass er nach dem ersten Weltkrieg zu jung war, um einen zivilen Beruf auszuüben. Dass er deshalb Eintänzer wurde. Dass die Frauen sein Leben mehr verändert haben als der Krieg. Entweder wird dies niemand hören oder niemand glauben.
Feuerzeug. Ein Mann wird nachts auf einer Parkbank sitzen. Eine Frau wird sich ihm nähern und um Feuer bitten. Erst im Licht der Flamme wir dder Mann ins alte Gesicht der Frau blicken.
Filetmesser. Damit wird öfter als nötig in den Bauch eines schlafenden Vaters gestochen werden.
Flugtickets. Zwei Sitzplätze werden über den ganzen Flug hinweg unbesetzt bleiben.
Fußgängerzone in der Vorweihnachtszeit. Eine Jungfrau wird innerhalb einer halben Stunde an einem guten Dutzend Mördern vorbeigehene, ohne es zu merken.


E-Mail. a) Die Geliebte wird sich mit einer E-Mail vom anderen Ende der Welt melden, da sie ihrer Beziehung ein anderes Ende wünscht. b) Ein Stromausfall wird schlimmeres verhindern. c) Eine Mail wird nachd er Zigarette danach zu spät gelesen werden.
Ehering. Er wird an einem sehr kalten Dezembertag aufgrund massiver Fliehkraft, verursacht durch die Ausführung einer Wurfbewegung beim Entenfüttern, vom Finger in den See fliegen.
Extasy. Es wird bis zum Umfallen getanzt werden.


Dekolleté. Darin wird zu Recht ein Geldschein oder ein Zettel mit einer Telefonnummer verschwinden.
Du. und ich.

Montag, 3. November 2008

von a bis z.

Heute A-C :)

Chef. Die Sekretärin wird am nächsten Tag nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheinen.
China-Pop. Ein junges Pärchen wird beim Chinesen nach der Vorsuppe auf einmal aufhorchen und zur Verwunderung aller anderen Gäste laut zu lachen beginnen.
Charlotte. Ihre rot-glänzenden Haare werden wieder einmal perfekt liegen.


Badewanne. In einem abgeschlossenen Bad wird ein Mann schreien, Wasser einlassen und den Fön anwerfen. Eine Frau wird mit beiden Fäusten gegen die Badezimmertür trommeln.
Bettwäsche. Ein Fleischermeister wird finden, dass das Kleinkarierte nicht zu ihm passt.
Brunftzeit. Niemand wird angeschnallt sein.
Buch. Ein junger Mann wird im Großraumwagen eines ICEs darin blättern.
Bus. Ein Mädchen wird beim Fahrer einsteigen und nach hinten zur letzten Bank durchgehen. Dabei wird sie überlegen, mit welchen Menschen im Bus sie schlafen würde und mit welchen nicht.


Abfluss. Blutspuren werden weggespült werden.
Anrufbeantworter. Ich werde nach Hause kommen, und es wird blinken.
Apfel. Ein Mann wird einer Frau, die Eva heißt, sagen, dass er keine Äpfel mag.
Arzt. Eine stadtbekannte Dame wird sich auf den Gynäkologenstuhl setzen, um sich sagen zu lassen, dass sie kerngesund ist.
Aussichtsplattform. Zwei Menschen werden darauf stehen und mit ihren Blicken in die Ferne schweifen. Dabei werden sich wie zufällig ihre Hände berühren. Und wie zufällig wird ein langer crèmefarbener Seidenschal dramatisch im Wind flattern.

Montag, 27. Oktober 2008

schau mal,...

...wie schön.

Montag, 20. Oktober 2008

es gibt reis, baby.

He Baby, Baby... hehey, ich sah dich auf dem Balkon liegen, du hattest nichts an. Hey hey hey du warst nackt, du hattest nur das an, was der liebe Gott dir gab. Hey little little baby, ich glaub so heißt du doch, ist doch ganz egal wie du heißt. Mhhh mhhh. Lecker. Das Bonbon war lecker gestern abend, das Bonbon war lecker, das ich aß, bevor es dich gab in meiner Phantasie. La la la la la la ich lad dich ein, zu mir nach Hause zu kommen und dort schüttel dein Haar für mich. Wildes Mädchen schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen schüttel dein Haar. Ich weiß du findst mich scheisse, doch komm heut abend zu mir, ich habe alles vorbereitet. Ich habe auf den Teppich gekotzt und die Kotze weggemacht. La la - la la la, es war sehr, sehr unappetitlich. Es tat sogar weh, denn ich bin abgerutscht mit dem Kehrblech und den - den Arm voll rein, in das Kehrblech. Aua aua aua, aua. Meine Hand tut mir weh von dem Rhythmusgerät, das ich hau, wollt ihr es mal hören? La la la la la Baby Baby ich mach mich schick, wenn du kommst heut abend zu mir, ich zieh den hellgrünen Jerseyanzug an. Hey Baby komm zu mir und schüttel dein Haar für mich. Wildes Mädchen, schüttel dein Haar für mich. Baby, Baby, schüttel dein Haupthaar für mich, wildes Mädchen schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen schüttel dein Haar. Ich weiß du findst mich scheisse, doch komm heute Abend zu mir, es gibt etwas Leckeres zu Essen. Ich habe eingekauft, ich habe eingekauft, ich habe etwas Leckeres eingekauft. Es gibt Reis, es gibt Reis, es gibt Reis. Baby Baby Baby Baby es gibt Reis, dazu kannst du wählen eine Beilage, entweder kleine Möhrchen oder Erbsen aus dem Glas. Nur komm zu mir nach Hause und dort schüttel dein Haar für mich. Little Girl schüttel dein Haar, wildes Mädchen schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen schttelü dein Haar. Na na na, es gibt Reis. Oh Baby, Baby es gibt Reis. Lecker Lecker, Baby, es gibt Reis. Ich koch... ich koch ich koch ich koch ich koch, ich koch für dich ein einziges mal, ab dann bist du dran. Wildes Mädchen, es lohnt sich für dich, da ich dir leckeren Reis, dadaaedap Lecker, lecker Reis aus dem Kochbeutel. Sag deinen Eltern nichts davon, es ist besser so. Komm zu mir, wir räkeln uns auf der Couch, ich zieh dich langsam aus, la la la...

Mittwoch, 1. Oktober 2008

so...

Es war dunkel, ich zog mal wieder durch die Straßen und es regnete mal wieder...und anstatt mich über diese Kälte und den Regen zu ärgern, dachte ich mich nur: "W0 bin ich denn hier wieder gelandet?"

Montag, 8. September 2008

...

"Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln."
"Na, da bin ich aber froh, dass der Herr nicht mein Hirte ist."

Montag, 18. August 2008

Eis

Ich weiß nicht, was die Liebe mit mir vorhat. Damals hatte ich es tatsächlich für möglich gehalten, sie sei einfach da um sie glücklich zu machen. Wie 'ne große Packung Vanilleeis.

Ich weiß auch nicht, ob dieser Gedanke vielleicht falsch war. Gut, es war ja schön. Aber dann kamen diese Diskussionen, diese Einschränkungen, diese Vorwürfe, die sich zäh an die Decke klebten und irgendwann einfach nicht mehr runterzukriegen waren. Depressiv-romantische Melancholie war noch die beste der gemeinsamen Stimmung.

In einer vorübergehenden Mutter-Teresa-Phase spielte ich mit dem Gedanken, die Liebe könnte dazu da sein, den anderen glücklich zu machen. Medaille der weltgrößten Barmherzigen. Ich hab versucht, sie glücklich zu machen. Es dauerte ein Jahr und acht Monate bis sie feststellte; Vanilleeis ist der weitaus simplere Glücklichmacher. Oder die rothaarige Egoistin mit den langen, schlanken Beinen. Ratlosigkeit. Zorn. Vierzig Packungen Eis gekauft, den Kühlschrank damit zugeballert. Heulend an eiskalten Löffeln gelutscht, bis ich Bauchschmerzen bekam. Kaum etwas eignet sich bei sowas so gut wie Vanilleeis. Gut, so richtig hilft eigentlich gar nichts. Aber Vanilleeis lindert doch zumindest den größten Schmerz. Darum sollte man auch immer in paar Pakete im Eisfach haben. Und ein paar Wochen später merkt man dann auch, wie viel die Liebe noch mit einem vor hat.

Mittwoch, 6. August 2008

für stella.

Lake Side Inn. Stella und ich. Solange ich sie kenne, isst die Gute, ungeachtet aller Termine am Nachmittag oder potenzieller Dates am Abend, immer diese Knobilauge zu ihren Nachos. Kein Wunder, dass sie den einen oder anderen Typen verschreckt hat. Ich liebe sie trotzdem. Ich liebe es auch, wenn wir ungefragt eine Flasche Pellegrino und einen Viertelliter Pinot Grigio bekommen, um damit unsere bewährte Weinschorle zu mischen.
Nachdem wir also unsere Bestellungen aufgegeben haben (Wein und Knoblauchnachos), fange ich an in meiner Tasche rumzuwühlen. Meine hektische Suche macht Stella nervös. "Kauf dir doch mal eine praktische Tasche, Inga. Dieses Gewühle macht mich ganz irre. Ständig suchst du etwas in dem Beutel. Ist auch kein Wunder bei der Größe. Warum nimmst du nicht eine Tasche mit Fächern, so wie ich? Hilft beim Suchen und spart mindestens fünf Tage Lebenszeit. So viel verlieren Frauen nämlich statistisch gesehn mit Handtaschenwühlen. Was suchst du eigentlich? Hallo, kannst du mich mal angucken?" Sie wedelt mit derg Speisekarte vor meinen Augen.
Ich blicke hoch und sage stolz: "Ich hab's!"
Triumphierend halte ich meinen alten schwarzen Kalender in die Höhe, blättere ein bisschen darin rum und bleibe schließlich am dritten Mai hängen. "Da haben wir 'ne geile Party gefeiert. In Spanien noch..."
"Wir haben immer gefeiert, Süße. Und ich nur, weil ich dich nicht alleine lassen konnte, sonst hast du immer böse Sachen gemacht."
Ich ziehe meine Augenbraue hoch und räuspere mich.
"Ja, Inga, wenn ich nicht auf dich aufgepasst hätte, wärst du heute Uschi Obermeyer; ein Drogenopfer..."
"Bin ich doch eh schon", erwiedere ich und lache.
"Hätte ich dich nicht alleine gelassen, hättest du Jou und Victor nie kennen gelernt."
"Die Begegnung war sowieso viel zu kurz, die zählt gar nicht", stelle ich kategorisch fest. "Außer ein paar Knutschflecken und einer Inga auf diversen Drogen, haben die beiden keine Spuren hinterlassen."
"Dafür habt ihr euch aber ganz schön oft getroffen!", sie grinst breit.
Ich strecke ihr meinen Mittelfinger entgegen.

Freitag, 18. Juli 2008

Wir waren ganz groß darin, am Telefon in schlechten Verschlüsselungen zu sprechen. Wenn man Drogen nimmt, wird man paranoid und verwechselt sich selbst mit Scarface und denkt, man wird die ganze Zeit abgehört und steht immer kurz vor einer groß angelegten Razzia, Festnahme und Gerichtsverhandlung, wo der Richter dann fragt: "Ach, ja, was soll denn 'Waschmittel', 'Pizza' und 'Gemälde' eigentlich heißen? Sie haben in der Zeit gar nicht gewaschen, Pizza gegessen und auch nicht gemalt. Wir haben sie nämlich nur abgehört, sondern auch beobachtet."

Dann begann unser Rennen gegen die Zeit. Unser Ziel war es, so viele Drogen wie möglich zu schlucken, bevor die ersten zu wirken angingen und bevor Michael eintraf. Alles, was wir nicht runterschlucken konnten, würden wir zurückgeben müssen. Um neun Uhr morgens haben wir angefangen, immer zwei Pillen auf einmal, mit viel Rotwein runtergespült. Wir fahnden es unangemessen, schon morgens Speed und Koks durch die Nase zu ziehen, und haben aus Klopapier Bömbchen gebaut.
Also jeder ein halbes Pack auf ein Klopapier geschüttet und kunstvoll zusammengezwirbelt und mit viel Rotwein runter damit. Vielleicht war doch weniger als ein Gramm in jedem Pack, mIchael war ein guter Geschäftsmann und hat alle mit den Mengen immer etwas betuppt. Damit er mehr verdient. Ich hab mal nachgewogen, was angeblich ein Gramm sein sollte. Von wegen. Aber kann man ja schlecht der Polizei melden. So ist das wohl auf dem Schwarzmarkt. Nix da Verbraucherschutz.
Jedenfalls sind diese Bömbchen sehr schwer zu schlucken. Muss man geübt haben. Wenn man beim Schlucken hinten im Rachenraum zu lange rumfackelt, geth das Bömbchen auf, und das ganze bittere Zeug hängt hinten an der Zunge und am Gaumen dran. Das gilt es zu verhindern.
Wahrscheinlich fing alles langsam an zu wirken. Ich kann mich nur noch an Highlights erinnern. Wir lachten die ganze Zeit und erzählten irgendwas von Drogenschlaraffenland. Irgendwann kam Michael vorbei, um seine Dose zu holen, und hat rumgeschimpft. Wir haben gekichert. Er hat gesagt, wenn wir an der Menge, die wir da intus haben, nicht verrecken, müssten wir das alles bezahlen. WIr haben ihn nur ausgelacht.
Später mussten wir kotzen. Erst sie, dann von dem Geräusch und dem Geruch ich. In einen großen weißen Putzeimer. Die Kotze sah aus wie Blut, wegen dem Rotwein. Wir brauchten aber lange, um dahinterzukommen. Und dann schwammen da überall nicht verdaute Pillen drin rum. Das kam uns wie eine schlimme Verschwendung vor. Und so hab ich zu,m ersten Mal in meinem Leben literweise Kotze von einem anderen Menschen getrunken. Gemischt mit meiner. In großen Schlucken. Immer abwechselnd. Bis der Eimer leer war.

An solchen Tagen sterben, glaub ich, viele Gehirnzellen ab.

Montag, 2. Juni 2008

la pena

La pena es una cosa extraña; nos deja totalmente desamparados. Es como una ventana que se abriera sola; la habitación se queda fría, y lo único que podemos hacer es tiritar. Pero cada vez se abre un poco menos y un poco menos, hasta que un día nos preguntamos qué habrá pasado con ella.

Freitag, 16. Mai 2008

Es ist ein schöner Gedanke, dass wir damals in unserer Verwirrung/Verzweiflung/Traurigkeit beide einsam waren, nicht nur ich, auch wenn es mir manchmal so vorkommt. Vielleicht fühlen wir uns deshalb auch so wohl miteinander. Vielleicht empfinden wir die gleiche Bewegung, die gleiche Ohnmacht. Vielleicht weinen wir die gleichen Tränen.
Das wird mir jetzt erst klar.
Wenn wir zusammen sind, bin ihc ein anderer Mensch. Einer dert dort ist, wo er ist, und nciht dort, wo er nicht ist.

Dienstag, 13. Mai 2008


  • Te tuve dos años de mi vida, siempre decías que yo seria tu esposa. Eso es cualquier cosa que sucedió cuando la vida era tan simple? Todos saben mi nombre, no puedo cambiar. Soy la misma chica, lo fui desde el comienzo. Cualquier cosa que yo ordene, tu viniste y lo cambiaste .Y me dejaste con el corazón roto. No quieres trabajar sobre eso, no, solo quieres tomar el camino mas fácil. Pones tus manos encima y te alejas. Cuando los tiempos son duros siempre te alejas. Te pones furioso y te estas alejando. Porque es tan difícil para ti hablar con migo, cuando te es tan fácil el alejarse? Así que...aqui estoy, manejando por la calle, buscando una señal, donde pueda encontrar a la persona de mis sueños. Cuando vendrá hacia mi? Cuando vendrá hacia mi? Estoy enferma de intentar. Volveré a casa a P.A. de donde soy. Y tu puedes permaneces ahí y pasar intacto. Viviré corriendo, pero cariño yo me estaré moviendo. Entonces ahí voy, te estoy dejando solo. Que vas a hacer? Ahora todos tus miedos se están haciendo realidad. Tuviste mi corazón, tuviste mi alma, tuviste todo eso...no?

Freitag, 9. Mai 2008

Bordsteinkantengeschichte bzw. -brief von heute geht an...*trommelwirbel* Lotti. Der beste Milleniumficker, den's gibt!


Anna,
ich finde Kakao einfach ekelerregend. Ich verstehe einfach nicht, wieso es jetzt keine Vanillemilch mehr gibt. Ich hätte diese Woche auch normale Milch bestellen können, aber ich wollte, nach meinem, tollen Kakaoerlebnisses in der ersten Klasse (ich sag nur: Kako, Ricky Martin, Waschbecken) ihn mal wieder probieren.
Ja, der Kakao und ich, wir haben eine sehr außergewöhnliche Beziehung. Genau wie Simon und ich. Frau Ecker hat mich ja neben ihn gesetzt, obwohl wir uns letzte Woche geprügelt haben. Erinnerst du dich? Er hat meinen Kopf auf den Tisch geschlagen, nachdem ich ihn mit Darkos Schokoregeln abgeworfen und dann kräftig in den Bauch geboxt habe. Er musste zwanzig Minuten vor der Tür stehen (Klinke runtergedrückt!!!). Gut, dass ich auf Knopfdrück heulen kann.
Jedenfalls hat Simon mir in Sachkunde ein Diddl Blatt geschenkt (eins, dass ich noch nicht hatte, mir einer Schildkröte). Ich habe es aber mit Franzi getauscht. Und einen Lolli hat er mir geschenkt, einen von denen, die Vanessa ihm täglich zukommen lässt. War aber ekelig. Er hat gesagt, wenn sie in der vierten Klasse immernoch in ihn verliebt sind, färbt er sich die Haare grün...oder blau, ich weiß nicht mehr. Meinst du, er sagt das nur so?
Treffen wir uns heute vor Balett bei dir oder bei mir? Ich habe eine Cher CD ("Bestof" steht da drauf) aus der Schublade meiner Mama genommen, wir könnten uns ja nen Tanz ausdenken oder so.
Oder, wenn die Sonne scheint, basteln wir an unserem "Haus" weiter, das aus der Verpackung von dem Fernseher, den ihr euch gekauft habt. Wir können ja Gardinen basteln, deine Mama hat bestimmt sowas.
Ich muss jetzt aufhören, Frau Ernst guckt schon (das ist Simons Mutter, wusstest du das?)
Achja, ich liebe Jack (mit den roten Haaren) für immer und ewiiiig.

Deine Ingi

P.S.: Hast du ein Pausenbrot? Wenn ja, was ist drauf? Ich habe ein Salamibrötchen. Akiel hat gesagt, er gibt mir zehn Pokémonkarten dafür. Teilen wir uns dann deins?
Und spielen wir später "Pony lauf" mit Jaqueline und Vanessa?

Mittwoch, 7. Mai 2008

Diese Bordsteinkantengeschichte ist für Sophie. Also eigentlich auch für Stella, Sue, Daisy, Blondie, Platina, Oema, Pam, Lydia und Bebé, sprich: Das Mädchen mit den neun Perücken.


Mein langer Freund ist immer da: abends, wenn ich mir das Gesicht wasche und die Zähne putze, wenn die Lichter asugehen und ich einschlafe und von einem bestimmten Menschen träume. Aber auch wenn die Lichter wieder angehen und ich aufwache, wenn ich mir wieder das Gesicht wasche und die Zähne putze und meinen Brei esse. Treu und brav steht er neben mir und wacht über mich, ohne dass seine Aufmerksamkeit je nachlässt.
Mein langer Freund ist keiner, der viele Worte macht, aber manchmal verschafft er sich doch Gehör. Sobald er Gefahr wittert, reißt er den Mund auf und entpuppt sich als ein wahrer Kampfhahn, der sich von nichts und niemandem aus dem Fels schlagen lässt. In diesen Momenten erinnert mich seine schrille Stimme wieder daran, dass er da ist, und ich lasse ihn ärgerlich, aber vertrauensvoll gewähren. Dann brüllt er die ganze Station zusammen, um die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Das finde ich lieb. Dieses bisschen Extra-Aufmerksamkeit tut mir gut in diesem Haus voller Leidensgenossen.Manche machen Witze über meinen langen Freund. Wahrscheinlich, weil sie nichts Rechtes mit seiner hohen, schlanken Gestalt und seiner Stimme anzufangen wissen. Manchmal machen sie sich über seinen Schmuck lustig, zeigen auf seine Blinklichter und nennen ihn einen Weihnachtsbaum. Oder sie nennen ihn einen langen Lulatsch. Doch das kümmert meinen langen Freund und mich nicht. Lulatsch haben schließlich schon viele Konkurrenten gesehen, aber keiner blinkt so schön wie er.
Es kommt auch vor, dass mein langer Freund wegen seiner Piepserei ausgelacht wird. Er piepst alle seine Freunde zusammen, und das bleibt nciht unbemerkt. Und geht nicht ohne Neid ab. Aber auch das kümmert uns nicht, denn wir wissen ja, dass niemand so viele Kahlköpfe vor dem Sensenmann gerettet hat wie er. Mein langer Freund kann eine ganze Menge, aber unschlagbar ist er im Stillsein. "Sie Stille bewahren", sagt er, "ist, wie wenn man das Leben festhält. Das Leben, dass dich und mich verbindet. Dich und mich, du und ich. Der Lange Lulatsch und das Mädchen."Verbunden sind wir durch die Flüssigkeit, die durch den dünnen Schlauch fließt. Gemeinsam lauschen wir der Musik des Schlauchs, der Melodie der Luftblasen und Pumpgeräusce. Wir genießen dir Ruhe, bis mein langer Freund Gefahr wittert und wieder sein Piepsen ertönen lässt. Die Schwestern kommen angelaufen, die Lichter gehen an - mit seiner schrillen Stimme hat sich mein langer Freund schlagartig in einen grimmigen Kämpfer verwandelt, der sich mit aller Kraft für mich ins Zeug legt. Aber zum Glück gehen die Lichter jedes Mal wieder aus, und man überlässt uns unserer friedlichen Stille.
Unserer Stille und einem bisschen Flüssigkeit, das uns verbindet, durch ein dünnen, leise singenden Schlauch.

Freitag, 2. Mai 2008

it hurts.

I got a lack of passion since watching television. And it hurts.
I got a great invention and nobody pays attention. And it hurts.
I got a false information at the informationcenter. And it hurts.
And if there's something nice you gotta find something nicer. And it hurts.
And the perfect engineering and the constant interfering came a little...
I lost you to a deal which was important for me. And it hurts.
I tell my fantasy you talk 'bout theory. And it hurts.
I got the impression that there's coming up depression. And it hurts.
And if there's any operation there's always interruption. And it hurts.
And the perfect engineering and the constant interfering came a little close and stopped my angels moving. The perfect engineering and the constant interfering came a little...
I find me hesitating a solution would be acting. And it hurts.
In my intimidation I find no one for protection. And it hurts.
I left a message on the answerphone and then I hear you were at home. It hurts.
And without evidence noone believes in ghost-presence. And it hurts.
I do believe in conspiracy and live in this reality that hurts.
You are my first priority and now you see away from me that hurts.
I can not find the relation to get rid of that frustration. And it hurts.
And for the great perfection there's a million different options to be worth.

I got a lack of passion since watching television. And it hurts.
I got a great invention and nobody pays attention. And it hurts.

Samstag, 26. April 2008

un cuento de mi vida

Estaba en la puerta de salida en el hotel café, él estaba tocando con su grupo. Siempre he sido una perdedora, me gustaba un chico con guitarra y vaso en la mano. Sus palabras fueron como cielo para mi huracán, las rodillas me temblaban. Pensaba que todo el mundo estaba mirando como yo miraba como tu salvabas mi vida con esa canción. Tu eras mio...en mi mente. Solo para una noche, solo para un momento. Dos semanas despues, yo estaba sentada en su piso, el estaba preparando cappucchino. Le dije: "Que tipo de hombre prepara cappucchino?" Nos reímos, reímos, reímos hasta que las lagrimas empezaron a caer por mi cara.Pero mi chico, eres el chico de otra persona y eso no es el chico al que quiero querer. Sigues convenciendome con tus ojos grandes, marrones y mentirosos. Tu eras mio...alguna vez. Te buscaré a ti primero en mi siguiente vida.
No soy victima del esnobismo, no creo en almas gemelas, tuve un nuevo comienzo...solo uno. Te encontré y todo eso cambió, te probé y todavia estas sentado en la punta de mi lengua.

No lloro por ti















Nacho Vegas & Christina Rosenvinge.
Diejenigen, die mir meine Freitagabende retten.
Immer und immer wieder.



Montag, 14. April 2008

Fred

Was das Steak anbelangt, ergab es sich, dass ich tatsächlich ein von ihm , meinem Kunstlehrer und Briefeschreiber, zubereitetes Steak serviert bekam. Er war siebenundzwanzig und hatte keine Kinder. Seine Frau war in der fünftgrößten Handelsfirma des Landes angestellt, er Lehrer. Als ich ihm in meinem letzten Brief schrieb, dass ich Lust auf ein Hamburger Steak hatte, lud er mich zum Abendessen ein. ,,Ich bereite dir ein ganz normales Steak. Ich kann kochen", schrieb er. Und obwohl dies eigentlich gegen die Verordnung der ungeschriebenen Lehrer-Schüler-Regeln war, beschloss ich hinzugehen. Nichts stand der Neugier eines sechtzehnjährigen jungen Mädchens entgegen.
Ihre Wohnung lag direkt an den Gleisen der Renfe-Linie. Die Zimmer waren einfach und sauber, wie es sich für ein kinderloses Ehepaar geziemt. Die Möbel, die Lampen und auch sein Pullover machten keinen besonders teuren Eindruck, aber alles war sehr geschmackvoll.
Nach kurzer Zeit löste sich auch die Spannung. Einträchtig wie zwei Fahrgäste, die den selben Zug verpasst hatten, aßen wir unsere Steaks und tranken Kaffee. Bei Zug fällt mir übrigens ein, dass man vom Fenster seiner Wohung im dritten Stock aus die Bahngleise sehne konnte. Es war wunderschönes Wetter an diesem Tag, und überall auf den Balkons der umliegenden Wohungen hingen Futons und Laken zum Lüften in der Sonne. Von Zeit zu Zeit hörte man, wie ein Futon ausgeklopft wurde. Ich kann mich auch jetzt noch an dieses Geräusch erinnern. Seltsameweise wusste man nicht, ob es von nahem oder von weitem kam.
Nach dem Kaffee erzählten wir uns, während wir eine Platte von Christina Rosenvinge hörten, unsere Lebensgeschichten. Das heißt, das ich noch keine richtige Lebensgeschichte hatte, redete er fast die ganze Zeit. Als Student wollte er Schriftsteller werden, sagte er. Er bewundert Francoise Sagan und erzählte mir von ihr. Besonders gefiel ihm Aimez-vous Brahms? Ich hatte nichts gegen Sagan. Auf jeden Fall fand ich sie nich so vulgär, wie behauptet wurde.
,,Aber ich kann nicht schreiben", sagte er.
,,Es ist nie zu spät, damit anzufangen", sagte ich.
,,Nein, da bin ich mir sicher. Du warst irgendwie diejenige, die mir das gezeigt hat", sagte er lachend. ,,Ich begriff es, als ich dir Briefe schrieb. Ich besitze kein Talent."
Ich wurde rot. Mittlerweile passiert mir das zwar nicht mehr oft, aber mit sechtzehn Jahren errötete ich noch ständig. ,,In dem, was du schriebst, lag eine große Aufrichtigkeit", sagte ich.
Er lächelte nur ein wenig. Ein leises Lächeln.
,,Zumindest habe ich beim Lesen Lust auf ein Steak bekommen."
,,Du musst sehr hungrig gewesen sein", sagte er freundlich.
Nun, vielleicht stimmte das.
Mit dumpfem Rattern fuhr unter dem Fenster ein Zug vorbei.

Sonntag, 13. April 2008

Noch ein Brief

Hallo Fred,

mit jedem Tag schwindet die winterliche Kälte, und in jedem Sonnenstrahl kündigt sich der zarte Duft des Frühlings an. Ich hoffe, es geht dir gut.
Deinen letzten Brief habe ich mit Vergnügen gelesen. Besonders die Passage über das Verhältnis zwischen Steaks und Muskatnuß war echt gut und mit viel Sinn für das tägliche Leben geschrieben. Mir stiegen die warmen Küchendüfte förmlich in die Nase, und ich glaubte zu hören, wie das Messer die Zwiebeln zerhackte. Eine einzige Stelle dieser Art verleiht deinem Brief bereits Lebendigkeit.
Beim Lesen Deines Briefes überkam mich ein solcher Heißhunger auf Steaks, dass ich noch am selben Abend in ein Restaurant um die Ecke ging und ein Steak bestellte. Zu meiner Überraschung bot dieses Restaurant acht verschiedene Sorten Steak an. Es gab Steak auf texanische Art, auf kalifornische Art, auf hawaiische Art, auf japanische Art und auf noch andere Arten.
Texanische Art bedeutet besonders groß. Das ist alles. Wenn die Texaner das wüssten, wären sie sicher erstaunt. Das Steak auf hawaiische Art ist mit Ananasscheiben garniert. Kalifornische Art...hab ich wieder vergessen. Bei der japanischen Art ist geriebener Rettich dabei.
Der Laden ist schick eingerichtet, die Kellnerinnen sind alle hübsch und tragen sehr kurze Röcke.
Aber ich bin nicht dorthin gegangen, um Studien über die Inneneinrichtung des Restaurants zu betreiben oder die Beine der Bedienungen zu betrachten. Ich ging einzig und allein dorthin, um ein Steak zu essen, und zwar ein ganz normales Hamburger Steak, ohne irgendeine Art. Ich sagte der Kellnerin, dass ich ein ganz normales Steak essen wollte. Die Kellnerin antwortete, es täte ihr sehr leid, aber ich könne in diesem Restaurant nur Steak auf diese oder jene Art essen.
Natürlich war das nicht die Schuld der Kellnerin. Nicht sie bestimmt die Speisekarte, und sie trug auch gewiss nicht freiwillig diese Uniform, die jedesmal, wenn sie das Geschirr abräumte, einen Blick auf ihre Schenkel gewährte. Deswegen lächelte ich freundlich und bestellte ein Steak auf hawaiische Art. Ich könne ja die Ananas zur Seite legen, erklärte sie mir.
Die Welt ist sonderbar. Obwohl ich lediglich ein ganz normales Steak möchte, ist dies in gewissen Momenten nur in Form eines Steaks auf hawaiische Art möglich, von dem man die Ananas entfernt.
Bei dem von Dir zubereiteten Steak handelt es sich doch wohl um ein ganz normales Hamburger Steak, oder? Beim Lesen deines Briefes bekam ich jedenfalls richtig Lust auf ein von Dir zubereitetes ganz normales Steak.
Im Gegensatz zu dem Steak-Abschnitt hatte ich bei der Stelle über die Fahrkartenautomaten der Bahn den Eindruck, sie sei etwas zu oberflächlich. Dein Ansatz ist zwar interessant, aber die Szenerie wird nicht richtig begreiflich.

So, mein lieber Fred vom Jupiter, ich freue mich schon auf Deinen nächsten Brief. Wie schön wäre es, wenn es bald Sommer würde.



Deine Inga

Stöckchen :)

Das Steinmädchen hat mir ein Stöckchen an den Kopf geworfen.
6 unwichtige Dinge - wird mir wohl nicht so schwer fallen, unwichtige Dinge gibt es bei mir genug.

1. Ich habe Spaß daran Juckpulver auf Klopapier zu streuen.
2. Ich hab Angst vor Regen.
3. Ich war vorgestern auf nem Nacho Vegas Konzert.
4. Ich habe als Kind in der Kirche anstelle von "In excelsis Deo" "Himmelszelt und Deo" gegröhlt.
5. Ich habe Cesar's Haustürschlüssel.
6. Ich besitze ein Beatles T-Shirt.

Jetzt mal gucken, ob ich das mit dem Zuwerfen hinbekomme. Einen bekommt Janajana, Kai, dann einen an Flound an Sammelhamster und die restlichen zwei lass ich liegen, wer will, kann sich eins mitnehmen.



Kleingedrucktes:
1. Setze einen Link zu der Person, welche Dir das Stöckchen zugeworfen hat.
2. Erwähne die dazugehörigen Regeln in Deinem Blog.
3. Erzähle von Dir 6 unwichtige Dinge/Gewohnheiten/Macken.
4. Gib das Stöckchen am Ende Deiner Antworten an 6 Leute durch Verlinkung weiter.
5. Hinterlasse bei der jeder der gewählten Personen einen Kommentar in ihrem Blog/Website, wonach Sie "getagged" wurden.

Sonntag, 6. April 2008

Viel Glück!


H: "Viiiiiiiiiiiiiiel Glück zum Nichtgeburtstag!"
M: "Für Mich?"
H: "Für Dich! Viiiiiiiiiiiiiiel Glück zum Nichtgeburtstag!"
M: "Für Mich."
H: "Für Dich!! Nun blase alle Kerzen aus und wünsch dir was, geschwind. Viel Glück zum Nichtgeburtstaaaaaag, viel Glüüüüück!"


H: "Warum ist der Kopf dicker als der Hals?"
M: "Noch jemand Tee?"
H: "Ja, gerne..."



Alles Gute zum Nichtgeburtstag euch allen :)

Dienstag, 11. März 2008

Dios santo (:


Ich muss sagen, ich war eins von diesen Kindern, die nicht zu bändigen sind. Die Leute haben früher – meine Familie macht das heute noch – ein „Weiche-von-mir“-Zeichen gemacht (dieses Kreuz mit den Zeigefingern), wenn ich reingekommen bin. Sie haben mich schon mit acht den Antichrist genannt.
Dann hab ich mal bei einem Besuch in einer Nervenklinik einen Typ getroffen, der sich als Jesus Christus vorgestellt hat. Ich hab nur gesagt: „Kennen wir uns nicht irgendwoher?“ Er hat nichts darauf gesagt. Ich hab ihn dann gefragt, warum er, als Gottes Sohn, in einer Nervenklinik ist? Er meinte: „Das sind meine vierzig Tage und vierzig Nächte in der Wüste.“ An der Stelle konnte ich nicht mehr vor Lachen. Ich hab ihn gefragt, wann das Ende der Welt kommen würde. Er sagte, am ersten April. Ich dachte mir: „Klasse, schreib ich mir mal mit Bleistift in den Terminkalender. Der Weltuntergang als Aprilscherz. Perfekt.“
Jedenfalls gab es da gestern so eine Situation; einige Leute bei „Telecinco“ haben über Homo-Ehen diskutiert und dieser eine Kirchentyp, der mich irgendwie viel zu sehr an Chris Eigeman erinnerte, als das ich ihn hätte ernst nehmen können, sagte dann, dass wir doch mehr typisch christliche Familien bräuchten.
Besteht eine christliche Familie also aus einem Vater, der nicht der Vater ist, einer Mutter, die Jungfrau ist und dem Sohn, der Gott ist? Hallooo??? Was würde denn Jesus Christus aus der Nervenklinik dazu sagen?

Freitag, 29. Februar 2008

Eine unvorstellbare Sternstunde

Bordsteinkantengeschichte des Tages ist heute die folgende:
(Gewidtmet einem gewissen Arne Nobel)

Als ich an einem schönen Sommermorgen des Jahres 1934 in meiner Schule in Marmbek ankam, teilte uns Grimmelshauser, unser Lehrer in der dritten Klasse, mit, dass sich die gesamte Schülerschaft und der Lehrkörper auf Anordnung von Schulleiter Wriede auf dem Schulhof versammeln sollten. Dort verkündete Herr Wriede, wie so oft bei besonderen Gelegenheiten in seiner braunen Naziuniform, dass "der größte Moment in eurem jungen Leben bevorsteht". Wir seien nämlich vom Schicksal dazu auserkoren worden, "unseren geliebten Führer Adolf Hitler" mit eigenen Aufen sehen zu dürfen. Um diese Ehre, so versicherte Herr Wriede uns, würden uns unsere zukünftigen Kinder und Kindeskinder dereinst beneiden. Ich war damals acht Jahre alt, und ich hatte noch nicht befriffen, dass ich unter den fast sechshundert Schülern uaf dem Schulhof der einzige war, den Herr Wriede nicht meinte.
Getragen von unserer Begeisterung und von unseren Lehren flankeirt, marschierten wir fast eine Stunde lang bis zu einer Stelle an der Alsterkrugchaussee, einer großen Durchgangsstraße, die auch zum Hamburger Flughafen in Fuhlsbüttel führt. Die gesamte Strecke vom Flughafen bis zum ehrwürdigen Hamburger Rathaus im Stadtzentrum, die die Wagenkolonne des Führers nehmen sollte, wurde von Tausenden fast hysterischer Menschen gesäumt. Gestrenge Braunhemden hielten sich an den Händen und bildeten eine undurchdringliche und endlose Menschenkette, die die Massen davon abhielt, auf die Straße zu drängen. wir Kinder saßen am Bordstein hinter den SS- und SA-Leuten und mussten eine stundenlange quälende Wartezeit über uns ergehen lassen. Aber gerade als unsere überstrapazierte Geduld zu reißen drohte, schwoll das Tosen der Menge aus Richtung Flughafen zu einem ohrenbetäubenden Crescendo an. In diesem Moment schmetterte eine Marschkapelle der SS ganz in der Nähe die Auftaktfanfaren des Badenweiler Marsches, des Lieblingsmarsches des Führers, mit dem sein Nahen offiziell angekündigt wurde. Der Augenblick, auf den alle gewartet hatten, war da. Der FÜhrer stand aufrecht neben dem Fahrer seines Mercedes-Kabrioletts, den rechten Arm zum HItlergruß erhoben, ausdruckslos geradeaus starrend, und der Wagen rollte in flottem Schritt-Tempo vorbei.
Der "größte Moment unseres Lebens", auf den Schulleiter Wriede uns vorbereitet hatte, währte nur wenige Sekunden, aber mir kamen sie wie eine Ewigkeit vor. Da stand ich, ein achtjähriger, kraushaariger, dunkelhäutiger Junge in einem Meer von blonden und blauäugigen Kindern, erfüllt von kindlichem Patriotismus und noch geschützt durch selige Unwissenheit. Wie alle um mich herum jubelte ich dem Mann zu, der sein Leben der Vernichtung aller "minderwertigen nichtarischen Menschen", wie ich einer war, gewidmet hatte, dem Mann, der die Welt nur weniger Jahre später an den Rand des Untergangs bringen und sein eigenes Volk in die größte Katastrophe seiner langen Geschichte führen würde.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Schafe

Dies ist ein Bordsteinkantengeschichte, die weder bordsteinig, noch kantig oder bordsteinkantig ist. Gewidmet ist sie meinem Anton aka Kaay, den ich in den letzten Tagen noch mehr vermisst habe, wie nie.



Rebecca trat aus dem Schäferwagen. Als sie den Fuß auf die Stufen des Wagens setzte, glitzerte dort etwas. Nicht wie Feuer, dafür stand die Sonne schon zu tief. Eher wie hingegossenes Blut. Sie bückte sich. Ein Schlüssel an einem Faden. Sie steckte ihn achselzuckend in ihre Rocktasche. Heute war nicht der Tag, sich über irgendetwas zu wundern.
Die Schafe beobachteten sie gespannt, als sie ein Stückchen weiter die versteckte Kiste fand. Ein Schaf hatte vorher die Erde aufgescharrt, um ihr die Entdeckung leichter zu machen. Rebecca begriff schnell. Sie lachete. Dann fingerte sie den Schlüssel aus ihrer Tasche und öffnete die Kiste. Ein guter Geruch strömte von ihrem Nacken herauf, als sie sich auf die Knie niederließ, um eines der Päckchen aus der Kiste zu holen.

Sie biss einen Bindfaden mit den Zähnen durch. Plastik raschelte. Trockenes bröselte ihr durch die Finger. SIe schnupperte. Die Schafe schnupperten auch. Es roch...fremd. Appetitlich. Mopple, das verfressenste Schaf der Herde, wusste sofort, dass man es fressen konnte.

"Gras!", sage Rebecca laut. "Jede Menge Gras!"


Die Schafe sahen sich an. Das war also das geheimnissvolle Gras, auf das die Menschen so wild waren. Jeder von ihnen hate schon solch ein kleines Päckchen unter dem Bauch getragen, von einem Faden tief im Fell gehalten, wenn George, ihr alter, jetzt toter, Schäfer sie für ein paar Wochen auf die andere Weide trieb. "Es geht wieder nach drüben", hatte er dann jedes Mal gesagt. "Operation Polyphem."
Wenn sie damals gewusst hätten, dass in den geruchlos verschnürten Päckchen Gras war...
Jetzt kam es auf Rebecca an, würde sie ihnen von dem Gras etwas abgeben? Es sah nicht danach aus. Sie bildete mit ihrem roten Rock einen Sack und schaufelte alles hinein, was sie finden konnte. Viele, viele kleine Päckchen kamen zum Vorschein.
Vorsichtig trug die neue Schäferin ihren schwer gebauschten Rock zurück zum Schäferwagen. EIne Weile blieb sie verschwunden. Dann saß sie auf einmal wieder auf den Stufen, einen glimmenden Punkt vor den Lippen.
Süßer, schwerer Rauch zog über die Weide. Er machte die Schafe schläfrig. Dafür war Rebecca auf einmal ums gesprächiger.
"Vorlesen soll ich euch also, Schafe", sagte sie. "Ich werde euch vorlesen, wie euch noch nie jemand vorgelesen hat. Ich weiß nur noch nicht, was." Sie kicherte. Dann schwieg sie eine Weile und bließ süßen Rauch über die Weide.
Der Mond verschwand hinter einer dunkelen Wolke und das einzige Licht war der kleine glimmende Punkt zwischen Rebeccas Lippen. Fasziniert umstanden die Schafe den Schäferwagen. Sie waren auf einmal so müde, dass sie sich kaum noch konzentrieren konnten. Alle bis auf Mopple. Mopple the Whale hatte keine Zeit müde zu werden. Seid Rebecca das Gras gefunden hatte, war er besessen von der Idee, es zu probieren. Jetzt schien die Gelegenheit günstig. Rebecca saß mit halbgeschlossenen Augenlidern in der Nacht und summte leise vor sich hin. Neben ihr, unbeachtet, lag ein offenes Päckchen mit dem komischen Gras. Blitzschnell war MOppel neben ihr, blitzschnell hatte er seine Nase in das Päckchen gesteckt, blitzschnell den Inhalt heruntergewürgt. Als Rebecca bemerkte, dass etwas ncht stimmt, leckte Mopple gerade die letzten Krümel vond en Stufen. Rebecca begann zu lachen.
"Kiffer!", sagte sie.
Mopple kaute schuldbewusst. Er war ein bisschen enttäuscht von dem Gras. Es roch viel besser, als es schmeckte. Es schmeckte lnge nicht so gut wie das Gras auf der Weide, nicht einmal so gut wie Heu. Die Menschen hatten einen sehr schlechten Geschmack. Mopple senkte die Nase und beschloss wieder einmal, nie wieder etwas Unbekanntes zu fressen.
Das Glühwürmchen vor Rebeccas Gesicht erlosch.
"Schlafenszeit", sagte sie zu den Schafen, machte einen kleinen Knicks und war im Inneren des Wagens verschwunden. Der Nachtwind trug den Rauch fort, und die Schafe wurden wieder munterer. Alle, bis auf Mopple, der schlief wie eine Haselmaus und sich nicht wecken lassen wollte.

Dienstag, 29. Januar 2008

Liebe, Love, Peace und ich

Ich hab in letzter Zeit so tierisch oft an Dich gedacht. Heut' Nacht hatte ich einen Traum mit Tentakeln. Ich muss Dich dringend fühlen. Ich hab Bock! Ich hab Bock & ich hab Bock...
Hört sich vielleicht komisch an, aber ich will Dich.
Liebe, Love, Peace und ich. Geil!


...deine Inga van Milka aus Amsterdam

Sonntag, 27. Januar 2008

Rock it, baby!


Die meisten Leute da draußen müssen sich für'n bisschen Knete alls mögliche bieten lassen, nur damit sie ihre Miete zahlen können, wisst ihr? Deshalb ist es so furchtbar mitanzusehen, dass Rock'n'Roll-Stars sich genauso verhalten, wo sie doch sowieso 'nen Arsch voll Geld haben. Es ist einfach peinlich, wenn sie für Geld eine Cola-Dose umarmen und küssen, obwohl sie das Geld doch gar nicht brauchen. Das ist doch keine große Sache... Ich meine, für Leute, die denen auch immer Ausrüstung zur Verfügung stellen, Gitarrenseiten, Werbung machen, das hat's ja schon immer gegebn. Deshalb wollen wir ja da nicht zu fromm tun. Aber man muss irgendwo eine Grenze ziehen, dine ich. Jungen Bands kann ich's auch nicht verdenken, wenn sie sich as gesponserter Act präsentieren wollen, wenn sie kein Geld haben...
Und überhaupt, Beispiel: Bono, mein Held. Bono gehört zu den Leuten, die manchmal den Eindruck erwecken, sie wären ganz woanders, in einer eigenen Welt, dabei ist er hellwach. Er ist an Reichtum (ich beziehe mich hier nicht auf Werbung, nein, nein) und Verrufenheit kaum zu übertreffen, aber das alles bedeutet ihm sehr wenig. Musik steht für ihn üüüüber allem. Ob man ihn jetzt mag oder nicht, darauf kommt's nicht an. Das Wichtige ist, dass er den Köder nicht geschluckt hat und nicht wie so viele andere ein musikalischer Spießer und Werbemacher geworden ist. Das gleiche gilt übrigens auch für Sting und Bille Joe Armstrong, meine weiteren Kindheitsidole, wirklich. Ich finde, es ist einfach Teil des Jobs eines "Rockstars, für irgendeine Art von Gefahr zu sorgen. Man muss zumindest unzuverlässig sein, und bestenfalls bereit zur Aufopferung. Es ist cool, wenn man sich für die Umwelt engagiert, es ist cool, eine politische Meinung zu vertreten, aber nur, solange es seinem eigentlichen Job als Feuerwerkskörper dient. Und natürlich auch dieser Sache mit dem "Wie komme ich am besten ans Kreuz?" Also um noch mal auf meine Idole da zurückzukommen, die sind da ganz anders ;)



Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob man einen Künstler beziehungsweise eine Rock'n'Roll-Band überhaupt ernst nehmen sollte. Erst mit der Zeit wird sich raustellen, ob man länger Bestand hat als nur solange, wie man im Rampenlicht steht (Stiiiing, Billiiiieee, Bonooooooo!!!). Während die nämlich dort stehen, sind die und ihre Jungs mit Sicherheit die interessantesten Bands auf diesem Planeten. Yeah!




Also, das ist doch das wesentlich am Rock'n'Roll...dass er voller Geheimnisse und Unfug steckt. Das ist so. Ende.










Donnerstag, 17. Januar 2008

Nächtliches Gefühlsbonzentreffen

Ich habe gestern Nacht wieder lange wachgelegen, um über die Mysterien des Alltags nachzudenken. Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart, wie Sarah zu sagen pflegte. Ich war jedenfalls der Auffassung, dass vier Uhr Morgens eine sehr gute Zeit zum Nachdenken ist (bin ich heute aber nicht mehr, angesichts der Augenringe). Ich stellte mir also zuerst Streichhölzer in die Augenlider, bemerkte aber schnell, dass ich doch immer noch besser sehen kann, wenn ich damit einfach die Kerze anzünde, die auf meinem Nachttisch steht. Oder das Licht.
Warum also kommen manche Menschen im Leben schneller voran als andere? Das kann doch nicht ausschließlich daran liegen, das manche Menschen beim Auto fahren einen Hut tragen. Ich möchte den Menschen finden, der mit diesem Schwachsinn angefangen hat. Überhaupt…wieder andere haben überhaupt kein Auto und nehmen ein Flugzeug. Oder die Bahn. Und wieder andere brechen dir das Nasenbein, wenn du was schlechtes über ihre Hosen sagst. Dumm gelaufen. Ja, es gibt da kaum einen Zusammenhang. Alles sehr verwirrend. Ich ziehe doch eher Menschen vor, die sich deiner Kritik annehmen. Sich ein neues Paar Hosen zulegen oder bei den Alten bleiben, vorher aber noch ein wenig mit dir darüber diskutieren und dir sagen, dass sie sich von nichts und niemandem verbiegen lassen (na, meine liebe, klingelt’s?). Sowas fördert eine Beziehung, findet ihr nicht auch? An diesem Punkt fielen mir die Augen kurzzeitig zu und als ich geschätzte (!!!) drei Minuten später wieder aufwachte, hatte ich nur noch ein Problem. Nämlich „Was ist besser: Ein anständiges Käsebrot („…ist ein gutes Brot“, findet Helge auch) oder eine zwischenmenschliche Beziehung?“ Ich denke, die Frage beantwortet sich erst wirklich, wenn man Hunger bekommt. Hunger auf ein Käsebrot, welcher mich dann auch letzte Nacht um zwanzig nach vier in die Küche trieb. Ich fand den Lichtschalter nicht, Körnerbrot war auch aus und vom Käse möchte ich erst gar nicht anfangen. Ja, andere Menschen kommen wohl einfach schneller voran als ich. Lösen konnte ich die Frage von den zwischenmenschlichen Beziehungen allerdings nicht, was mich übelst aufregte.
Ohne Käsebrot schlief ich dann also doch ein und hatte einen schweren Traum: Ich ging eine Straße entlang und fragte einen Müllwerker, warum das Fuhramt die Mülltonnen immer ausgerechnet morgens leeren muss. Genau dann, wenn ich die letzten Minuten meines Schlafs genieße. Der Mann erschrak zutiefst, ließ sich zum Bauamt versetzen und wird in letzter Zeit öfter dabei beobachtet, wie er verstohlen an Räucherstäbchen knabbert. Ist das jetzt meine Schuld?

Und noch was: Würden wir nicht sollen, sondern würden wir haben und tun, hätten wir nichts mehr vor uns. Man sollte nicht nur sollen, man muss sogar.

Donnerstag, 10. Januar 2008

Ein Brief

Lieber Fred vom Jupiter (oder wie auch immer du heißt),

Ich weiß, dass wir uns wahrscheinlich nie wiedersehen werden und dass du mit Sicherheit auch schon wieder vergessen hast, wer ich bin. Ich werde deinem Gedächtnis ein wenig auf die Sprünge helfen. Mein Name ist Inga. Ich denke, ich sagte dir, ich hieße Virginia und komme vom Mars. Die, die du vor genau 63 Tagen trafst. Die, die dir verklickern wollte, dass sie 15 Jahre alt ist (was übrigens ausnahmsweise nicht gelogen war) und die, die versucht hat, dir das Lied "Fred vom Jupiter" ins spanische zu übersetzen. Na, klingelt's? Jedenfalls hast du Ähnlichkeit mit ihm, auch wenn ich nicht genau weiß, wer das überhaupt ist. Das sagte ich nciht nur so, weil ich bei unserem ersten Treffen stockbesoffen war, sondern ich denke es jetzt auch noch, wo ich allerdings schon wieder stockbesoffen bin. Nein, süchtig bin ich nicht. Ich muss meine Alkoholverträglichkeit nur ein bisschen trainieren. Ich schlage also vor, dass du diesen Brief einfach gar nicht öffnen solltest und mir somit die Peinlichkeit ersparst. "Naja, so geht das aber nicht...hier und heutzutage" wirst du wieder sagen (mal ehrlich, Fred, ich halte das für einen sehr hirnverbrannten Satz, so alt bist du doch gar nicht) Und wenn ich aber so darüber nachdenke, hast du Recht. Die Zeiten haben sich geändert, lieber Fred. Heute hat man nicht mehr die Wahl. Die Wahl zwischen ganz oder gar nicht, zwischen Geld oder Liebe. Kind oder Kegel, zwischen Abenteur und Anstand oder zwischen Muskeln oder Hirn (ja, ich weiß, es scheint so, als hätte ich jeweils keins von beiden).Man hat also nur noch die Wahl zwischen Fred vom Jupiter oder Wodka, also zwischen Jauchegrube und Gllefass, Hölle und Fegefeuer. Und niemand, niemand zahlt einem die Drinks.
Ja, damit wäre auch eigentlich alles gesagt. Ach nein, nochwas. Obwohl ich in Erdkunde nie wirklich gut war, weiß ich, dass es in Italien ein Verona und eine Vendig gibt, Venezuela ist ein Staat im Norden von Südamerika. Dor spricht man übrigens auch spanisch.
Wie gesagt, lieber Fred, ich hoffe, wir sehen uns nie nie, niemals nie wieder. Wenigstens nicht in diesem Leben. Nein, Scherz bei Seite, ich glaube wirklich nicht an deinen Zwischenweltscheiß, auch wenn es damals anders aussah. Du hast aber einen zu schönen Mund, lieber Fred.

Also bis dann, Fred,
ein wunderschönes Leben noch,
Inga oder "Virginia vom Mars"

Dienstag, 8. Januar 2008

Du&Ich

Ja, meins ist schwarz. Deins ist weiß. So ist das. Du schicktest mir viel mehr Musik als nur No Doubt - Dont speak. Du erzähltest mir genauso viel von dir, wie ich von mir. Und dein Leben klang interessant und alles andere als normal.
Jedenfalls warst du für mich da. Immer. Nach den "Psychoseminaren" und meinen "schwarzen Tagen". Du hast mir zugehört, mich in den richtigen Momenten in deine Arme geschlossen. Ich erinnere mich an diese eine Nacht. Es war vielleicht halb zwei als ich dich bat, doch schnell zu mir kommen. Und du kamst. Sofort! Ja, wir verbrachten die Nacht zusammen. In der Toilette der Araltankstelle. Du sprühtest " . und Anton" an die Wand. Pünktchen und Anton. Ich fand es klasse. Zwei Tage danach hing dort ein Schild. "Wegen Vandalismus geschlossen" oder so ähnlich. Wir waren betrunken und ich bin auf deinem Bauch eingeschlafen.


Ich könnte hier einen Haufen von Geschichten aufführen. Von Green Mile erzählen, Daniel Küblbock, so wie du. Von Bahnhöfen und Flohmärkten. Von Zügen und deinem Bett. Von tollen SMS. Prinzessin Lilifee und H&M. Von Spaziergängen im Wald. Von Bänken und Bussen. VON GOLFBÄLLEN! Von der Dealer-Ecke in der City, die wir beide so liebten. Von Pünktchen und Anton eben.Unsere Fotos trag ich immer bei dir.

Und ja, der 8. Januar 2007. Als ich abends in meinem Bett lag, wusste ich sofort, dass unsere Begegnung im Regen kein Zufall gewesen sein konnte. Und dass du etwas besonderes bist. Jemand, der mich (so spießig es auch klingen mag) eine Zeit meines Lebens begleiten wird. Länger als ein Jahr auf jeden Fall!!!

Sonntag, 6. Januar 2008

Ode an den Mittagsschlaf


Eigentlich schläft mittags ja niemand. Und eigentlich ruft mich auch keiner an. Es sei denn, es ist mittags und ich schlafe gerade. Dann rufen nämlich alle an. Wie mein guter Freund Puche, der ruft fast immer währenddessen an, er kann meine Gewohnheit ja auch nicht ahnen, denn ich rufe hinterher zurück und behaupte, ich wäre nicht zu Hause gewesen. Hier in Spanien ist es nichts außergewöhnliches, wenn man sich nach dem Mittagessen mal ein oder zwei Stunden auf’s Ohr haut, aber das ist eine Sache zwischen mir und meinem Bett und weder Puche noch meine anderen Freunde müssen etwas darüber wissen.
Mein Bett fühlt sich mittags einfach anders an als nachts. Der Druck, schlafen zu müssen ist weg. Meine Kissen sind dann viel freundlicher zu mir und die Matratze einfach zehn mal gemütlicher.
Um ehrlich zu sein, die Müdigkeit ist schon vormittags in der Schule wie ein kleines, ungeduldiges Hündchen, das an mir hochspringt, bis ich ihr endlich nachgebe. Der Schlaf kommt…nicht allzu überraschend, aber dafür erlösend, schnell und tief. Ja, ich bin so ein Typ, der überall schlafen kann, wenn mir danach ist; Am Strand von Rimini, in voll besetzten Stadtbussen. Unterstellt mir ruhig eine gewisse Grobschlächtigkeit, egal. Ich schlafe so. A point. Meinen Mama sagte ja immer schon „Neben dir kann eine Bombe explodieren und du wachst nicht auf.“ Ist mir zwar noch nie passiert, aber sie hat Recht, würde eine Bombe direkt neben mir explodieren (seeeehr unwahrscheinlich), würde ich weiterschlafen…wenn ich nicht von der Bombe weggefetzt werden würde, aber lassen wir das Gerede über Tod und Blut und kehren wir zum eigentlichen Thema zurück: Dem Mittagsschlaf, oder wie man es hier drüben nennt der „Siesta“.

Wenn ich schlafe geht mich einfach alles nichts mehr an. Der Mittagsschlaf ist mein Reset-Knopf, der alles zurückschaltet, als hätte ich weder einen Namen, noch Sorgen oder Probleme, wie kurz nach der Geburt. Ja, ich neige zu Übertreibungen.
Jedenfalls genau in dem Moment, wo alles schwerelos ist, ruft Puche mich an. In meinem Kopf kann ich ihn hören, wir er meine Mailbox befragt, wo ich mich denn schon wieder rumtreibe. Gut gemacht, mein Liebster, mein Kopf dröhnt. Das ist der Preis des Mittagsschlafs, aber es lohnt sich. Ich brauche auf der Stelle eine Tasse Kaffee und Schokolade zur Linderung. Puche wird nie rausfinden, wo ich stecke, wochentags zwischen 15 und 16 Uhr.

Freitag, 4. Januar 2008

Von Ungeziefer und anderer Psychokacke

Sind wir mal ehrlich; es gibt viele Stinker unter uns. Die meisten von ihnen wissen allerdings nicht, dass sie stinken. Ich meine, stinken im Sinne von einfach abscheulich sein, nervtötend, langweilig. Aber über Düfte kann man sich bekanntlich streiten.
Und das tun Menschen. Sie streiten. Sie stehen im ständigen Konkurrenzkampf zueinander. Leben heißt Kämpfen und das Leben selbst ist der Krieg der ausgetragen werden will. Klingt komisch, is’ aber so. Menschen machen Spass; genauer gesagt, kann man mit ihnen viel Spaß haben. Find ich gut. Spaß haben. Am liebsten mit Jana. Der Plan für meine Rückkehr steht schon. Wenn ich ihn nicht in letzter Sekunde umschmeiße, wie es typisch für mich ist. Ja, es gibt sehr viele Idioten auf der Welt. Und da sind wir auch wieder beim Thema. Die Welt ist verpestet von Ungeziefer. Leider müssen wir lernen, mit ihnen zu leben. Es gibt auch schöne Menschen. Nicht nur physisch schön sondern auch psychisch. Blablabla…



Ich wünsche euch allen eine schönen Tag, ganz besonders meinem Freund Angel, der mir gerade den besten indischen Tee vorgesetzt hat, den ich je getrunken habe, der seinen Toast nie mit was anderem als gesalzener Butter isst, dessen ist Musikgeschmack die Nachbarn tagtäglich denken lässt, jemand wird umgebracht, dessen neue/alte Wohnung mich total verzaubert und der mich immer wieder glauben lässt, der Mond sei weiter weg als die Sterne.


Eins noch:
Ich gehe zwar, aber ich verschwinde nicht. Ihr hört von mir,
eure Inga

Donnerstag, 3. Januar 2008

Klartext





So, wir schreiben das Jahr 2008, Januar, Tag 3. Punkt 16:20!!!



Inga John Luise Schmidt aka Momo aka Inguxii aka Ingzy Jee aka Pünktchen (ich könnte diesen Mist ewig weiterführen) hat sich tatsächlich einen Blog angeschafft.









Also, meine lieben, ich mache gerade eine gedanklich eigenartige Phase durch, welche ich weder in Worte fassen kann noch will. Ist mal wieder typisch für mich, aber naja, was soll's.

Ich sitz hier und mir ist danach aus dem Fenster zu springen. Das hat nichts mit Suizid zu tun, einfach springen, so...weil's Spaß macht. Vielleicht würde ich es sogar machen, wenn es nicht so verdammt hoch wäre, und ich sicher sein könnte, dass mich jemand gleich nach dem Aufprall zudeckt. Ich will nicht, dass mich ein Haufen Gaffer anglotzt, wenn ich nur noch ein einziger Blutklumpen bin.

Außerdem glaube ich, die BILD-Zeitung hätte da auch einiges für übrig. Sie würden über meinen "Selbstmord" berichten und die eigentlichen Motive dabei außer Acht lassen. "Sie schrieb in Ihrem Blog über ihren Selbstmord". Naja, ein Fünkchen Wahrheit ist dran. Außerdem gilt es ein Loch zu füllen. Von mir aus können die alles schreiben, ich bin ja dann eh tot. Nur bitte nicht meine Mutter zitieren, wie die es gemacht haben, als ich meinen "Kinderkanal"-Auftritt hatte. Gut, es war nicht die Bildzeitung und ich habe mich zum Zeitpunkt des Interviews mit der Zeitung im Disneyland vergnügt, aber naja, lassen wir das. Achja, die Sache mit den Nacktfotos. Darum müsste ich mich auch noch kümmern. Würde dann aber zur Methode der Fotomontage greifen, um ehrlich zu sein. Vielleicht kann mir ja der liebe Kai dabei helfen. Die Fotos, die sie von anderen angeboten bekommen, werden wohl gefälscht sein (soweit ich weiß) und ein armseeliger Versuch, sich selbst in den Mittelpunkt zu spielen.

Zu dumm, nur dass ich gar nicht vorhabe zu sterben. Egal.
Frohes neues Jahr, ihr Vollidioten. Achnein, sind wir mal nicht so; ein frohes neues Jahr euch allen. Auf das alles besser wird, was noch nicht besser geworden ist!



Eure (untote) Inga